Eine Finanzübersicht ohne Bankverbindung ist eine Liste deiner Konten, Anlagen und Schulden mit je einer Zahl zum Stichtag. Die Zahlen holst du aus Kontoauszug, Depotauszug und Tilgungsplan und trägst sie selbst ein. Daraus ergeben sich Gesamtvermögen, Gesamtschulden und dein Nettovermögen, ohne dass irgendein Dienst Zugriff auf dein Konto bekommt.
Warum manche bewusst darauf verzichten
Die meisten Apps, die dein Vermögen automatisch erfassen, wollen Zugang zu deinen Bankkonten und sehen damit Umsätze, Gehalt, Miete und Einkäufe. Manche Menschen möchten das nicht aus der Hand geben. Dazu kommt ein praktischer Grund: Nicht alles lässt sich verknüpfen. Die Eigentumswohnung, der Rückkaufswert der Lebensversicherung, Gold im Schließfach oder das Privatdarlehen an einen Freund stehen auf keinem Konto, gehören aber zum Gesamtbild.
Der Preis: Du tippst. Pro Konto eine Zahl, und das einmal im Monat, ist aber überschaubar.
Was du für eine Übersicht brauchst
Eine Handvoll Dokumente genügt:
- Kontoauszüge von Girokonto und Tagesgeld
- der Depotauszug mit Stückzahl und Marktwert
- bei der Baufinanzierung der Tilgungsplan oder die Jahresmitteilung der Bank mit der Restschuld zum Stichtag
- die jährliche Mitteilung der Versicherer mit dem Rückkaufswert
- eine eigene Schätzung für Immobilie und Auto
Ein Beispiel in Euro
Ein Haushalt trägt zum Monatsende Folgendes ein:
| Konto | Art | Betrag |
|---|---|---|
| Girokonto | Guthaben | 4.100 € |
| Tagesgeld | Guthaben | 21.000 € |
| Depot (ETFs) | Geldanlage | 64.000 € |
| Eigentumswohnung | Sachwert | 360.000 € |
| Baufinanzierung | Verbindlichkeit | 238.000 € |
| Autokredit | Verbindlichkeit | 6.200 € |
Vermögenswerte: 4.100 € + 21.000 € + 64.000 € + 360.000 € = 449.100 €. Verbindlichkeiten: 238.000 € + 6.200 € = 244.200 €. Das Nettovermögen beträgt 204.900 €.
Beim nächsten Update ändern sich vielleicht nur drei Zahlen: der Depotwert (Kurse), der Stand der Baufinanzierung (Tilgung) und das Tagesgeld. Die Wohnung bleibt unverändert, bis du sie neu schätzt.
Wie du Depot und Baufinanzierung erfasst
Depot: Nimm den Marktwert zum Stichtag. Die Wertpapiere im Depot gehören dir, sie sind dein Eigentum und nicht das der Bank, und gehören deshalb mit ihrem Wert in die Übersicht. Besitzt du mehrere Depots, trage jedes einzeln ein, das macht spätere Vergleiche einfacher.
Tagesgeld: Der Kontostand, nichts weiter. Bei Guthaben bei mehreren Banken führst du jede Bank einzeln. Zur Orientierung: Die gesetzliche Einlagensicherung deckt nach Angabe der BaFin Einlagen bis 100.000 € pro Kunde und Bank ab, unabhängig von der Zahl der Konten. Für die Berechnung des Nettovermögens spielt das keine Rolle, es kann aber ein Grund sein, Guthaben nach Banken getrennt zu sehen.
Baufinanzierung: Trage die Restschuld ein, nicht den ursprünglichen Kreditbetrag. Sie sinkt mit jeder Tilgung, auch mit Sondertilgungen. Die Zinsen, die du zahlst, verringern die Schuld nicht. Was die Bank als Restschuld zum Stichtag nennt, ist die richtige Zahl.
Immobilie: Schätze vorsichtig und halte fest, wie du auf die Zahl gekommen bist. Eine Aktualisierung einmal im Jahr genügt meist.
So hältst du die Pflege klein
- Fester Termin. Zum Beispiel der Monatserste, nach dem Gehaltseingang.
- Nur aktualisieren, was sich ändert. Immobilie, Auto und Versicherungswert ändern sich selten.
- Gleiche Regeln jedes Mal. Wenn du die Immobilie einmal mit und einmal ohne zählst, kannst du die Entwicklung nicht mehr lesen.
- Zwei Zahlen führen, falls nötig: das Nettovermögen mit und ohne selbst genutzte Immobilie.
Wann eine Verknüpfung trotzdem sinnvoll sein kann
Eine Übersicht ohne Bankverbindung ist nicht für jeden die beste Wahl. Wer sehr viele Konten hat, jede Ausgabe nachverfolgen möchte oder täglich aktuelle Stände braucht, spart mit einer Verknüpfung Zeit. Wer dagegen nur wissen will, wo er finanziell steht, kommt mit einer monatlichen Aktualisierung gut aus. Die Entscheidung ist eine Abwägung zwischen Komfort und der Frage, wem du Einblick in deine Konten gibst, und sie lässt sich jederzeit ändern.
Tabelle oder App
Eine Tabelle funktioniert, braucht aber Formeln und etwas Disziplin. Wer Kurse, Wechselkurse und Kreditstände nicht selbst nachschlagen möchte, findet in einer App weniger Aufwand. Accounted ist eine iPhone-App für genau diesen Fall: kein Bank-Login, keine Registrierung, keine Umsatzliste. Du legst Konten an und tippst eine Zahl; Aktien und ETFs an Xetra, Frankfurt und vielen anderen Börsen, Krypto sowie Gold, Silber, Platin und Palladium bepreisen sich über ihr Symbol (stündlich aktualisiert, das kann verzögert oder falsch sein), und Fremdwährungen werden umgerechnet. Die Baufinanzierung steht als Konto mit Restbetrag in der Spalte der Verbindlichkeiten, und du aktualisierst den Betrag, wenn er sich ändert; Raten oder ein Tilgungsende rechnet Accounted in Version 1 nicht aus.
Deine Kontostände bleiben auf deinem iPhone und in deiner eigenen iCloud. Für Preisabfragen gehen nur die Symbole, die du hältst, an den Preisserver, nie Stückzahlen oder Beträge. Nicht verschweigen möchten wir: Die App ist für eine Person gedacht, nicht für gemeinsame Konten. Genaueres steht unter So funktioniert’s.
Wie die Rechnung im Einzelnen geht, zeigt der Ratgeber Nettovermögen berechnen; wie du die Übersicht aufbaust, Vermögensübersicht erstellen.
Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.
Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.