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Ratgeber

Vermögensübersicht erstellen: persönliche Vermögensbilanz in 5 Schritten

Eine Vermögensübersicht stellt auf einer Seite gegenüber, was du besitzt und was du schuldest. Der Unterschied ist dein Nettovermögen. So baust du sie auf, mit Kategorien, Bewertungsregeln und einem Beispiel in Euro.

Eine Vermögensübersicht, auch persönliche Vermögensbilanz genannt, ist eine Liste, die links alles aufführt, was du besitzt, und rechts alles, was du schuldest, jeweils zu einem Stichtag. Die Differenz ist dein Nettovermögen. Mit fünf Schritten und etwa einer Stunde ist sie gemacht.

Schritt 1: Stichtag festlegen

Wähle einen Tag, auf den sich alle Zahlen beziehen, zum Beispiel den letzten Tag des Monats. Ohne Stichtag vermischst du Stände von verschiedenen Tagen, und die Summe sagt nichts Genaues aus. Beim ersten Mal reicht „heute“; danach bleibst du bei einem festen Rhythmus.

Schritt 2: Alles sammeln, was du besitzt

Gehe nach Kategorien vor, dann vergisst du weniger:

Kategorie Beispiele
Guthaben Girokonto, Tagesgeld, Festgeld, Bargeld
Geldanlagen Depot mit Aktien und ETFs, Fonds, Anleihen, Krypto, Bausparguthaben
Versicherungen Rückkaufswert von Kapitallebens- und Rentenversicherungen
Forderungen Privatdarlehen, Mietkaution, ausstehende Rückzahlungen
Sachwerte Immobilie, Auto, Gold, Schmuck

Die Rückkaufswerte findest du in der jährlichen Mitteilung deines Versicherers; die Kaution steht im Mietvertrag.

Schritt 3: Alles sammeln, was du schuldest

Hier zählt die Restschuld zum Stichtag:

  • Baufinanzierung (Restschuld laut Kontoauszug oder Tilgungsplan)
  • Autokredit, Ratenkauf, Konsumentenkredit, Studienkredit
  • Kreditkartenabrechnung, die noch nicht abgebucht wurde
  • Schulden bei Privatpersonen

Schritt 4: Bewerten

Nimm für jede Position den Wert, den du heute bekommen würdest, nicht den Kaufpreis. Wertpapiere mit dem aktuellen Kurs mal Stückzahl, ein Auto mit dem Preis ähnlicher Gebrauchter, eine Immobilie mit einer vorsichtigen Schätzung. Wichtig ist, die Regel festzuhalten, damit die Zahl über die Zeit vergleichbar bleibt.

Schritt 5: Gegenüberstellen

Rechne beide Seiten zusammen und ziehe ab. Ein Beispiel:

Vermögenswerte Betrag
Guthaben (Girokonto 2.400 €, Tagesgeld 9.600 €) 12.000 €
Geldanlagen (Depot 38.000 €, Krypto 2.000 €) 40.000 €
Versicherungen (Rückkaufswert Rentenversicherung) 8.000 €
Forderungen (Mietkaution) 2.400 €
Sachwerte (Auto 9.000 €, Gold 2.600 €) 11.600 €
Summe 74.000 €
Verbindlichkeiten Betrag
Autokredit (Restschuld) 4.500 €
Studienkredit (Restschuld) 8.500 €
Kreditkarte 500 €
Summe 13.500 €

Nettovermögen: 74.000 € − 13.500 € = 60.500 €.

Die Bilanzprobe: 13.500 € Verbindlichkeiten plus 60.500 € Nettovermögen sind wieder 74.000 €. Stimmt das nicht, fehlt eine Position oder ein Betrag ist falsch übertragen.

Wie die Übersicht aussehen kann

Du kannst die beiden Seiten einfach untereinander schreiben. Anschaulicher sind zwei Spalten nebeneinander: links die Vermögenswerte, rechts die Verbindlichkeiten, und darauf das Nettovermögen als Differenz, sodass beide Seiten gleich hoch sind. Jede Position ist so groß, wie ihr Anteil an der Summe. Im Beispiel macht das Depot gut die Hälfte aller Vermögenswerte aus, die Schulden dagegen nur knapp 20 Prozent davon.

Diese Quote, Verbindlichkeiten geteilt durch Vermögenswerte, nennt man Schuldenquote. Im Beispiel sind es 13.500 € ÷ 74.000 € ≈ 18 %. Sie ist eine bequeme Kennzahl, um die Entwicklung zu verfolgen, aber keine Bewertung, ob etwas „gut“ oder „schlecht“ ist.

Was die Übersicht dir zeigt

Die Gesamtzahl ist nur der Anfang. Interessanter ist die Zusammensetzung: Wie viel deines Vermögens liegt jederzeit verfügbar auf dem Tagesgeld, wie viel steckt in der Immobilie, wie viel in Wertpapieren? Im Beispiel sind 12.000 € Guthaben und 40.000 € Geldanlagen schnell verfügbar, während der Rest an Auto, Gold und einer Versicherung hängt. Wer die Übersicht regelmäßig aktualisiert, sieht außerdem, was die Veränderung des Nettovermögens treibt: Tilgung, Sparen oder Kursschwankungen. Daraus ergeben sich Fragen, die du für dich beantworten kannst, ohne dass die Übersicht dir eine Antwort vorgibt.

Regeln, die die Übersicht brauchbar halten

  • Eine Quelle pro Zahl. Notiere, woher jede Zahl stammt (Kontoauszug, Depot, Versicherermitteilung), dann ist die nächste Aktualisierung in Minuten erledigt.
  • Nichts doppelt. Ein Bausparvertrag steht entweder unter Guthaben oder unter Geldanlagen, nicht beides.
  • Zuerst die großen Positionen. Immobilie und Baufinanzierung bestimmen die Zahl; ob das Girokonto 2.400 € oder 2.450 € hat, spielt kaum eine Rolle.
  • Geschätzte Werte kennzeichnen. So erkennst du später, welche Zahlen auf Schätzungen beruhen.

Tabelle oder App?

Eine Tabelle ist flexibel und kostenlos, nur musst du Kurse und Kreditstände selbst pflegen. Accounted ist eine iPhone-App, die genau diese Übersicht zeichnet: Du legst Konten an und trägst je eine Zahl ein, die Spalten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stehen maßstabsgetreu nebeneinander, das Nettovermögen füllt die Lücke. Aktien, ETFs, Krypto und Edelmetalle lassen sich über ihr Symbol bepreisen (stündlich aktualisiert, Verzögerungen und Fehler möglich); alles andere, etwa die Immobilie, trägst du selbst ein. Eine Bank verbindest du nicht.

Zur Einordnung: Die App ist für eine Person gedacht. In der FAQ stehen weitere Antworten. Wenn du erst rechnen willst, hilft der Ratgeber Nettovermögen berechnen.

Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.

Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.

Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Vermögensübersicht und Vermögensbilanz?

Im Alltag meinen beide dasselbe: eine Liste der Vermögenswerte neben den Verbindlichkeiten zu einem Stichtag. „Bilanz“ betont nur, dass beide Seiten zusammenpassen, denn Vermögenswerte sind immer gleich Verbindlichkeiten plus Nettovermögen.

Wie viele Positionen brauche ich?

So viele, wie es braucht, damit nichts Wesentliches fehlt, meist 10 bis 20. Jedes Konto, jede Anlage, jede Immobilie und jeder Kredit ist eine Position. Kleinkram wie Haushaltsgegenstände kannst du weglassen.

Soll ich Hausrat und persönliche Gegenstände mitrechnen?

Meist nicht. Möbel, Kleidung und Elektronik verlieren schnell an Wert und lassen sich schwer bewerten. Wertvolle Einzelstücke wie Schmuck, Uhren oder Kunst kannst du mit einem vorsichtigen Verkaufswert aufnehmen.

Wie halte ich die Übersicht aktuell?

Lege einen festen Rhythmus fest, etwa den ersten Tag des Monats, und aktualisiere nur, was sich geändert hat: Kontostände, Kurse, Restschulden. Eine Immobilie genügt einmal im Jahr.

Sieh, wo du stehst.

Accounted ist ein Nettovermögen-Tracker fürs iPhone. Deine Vermögensbilanz, maßstabsgetreu gezeichnet, ohne Bank-Login.

Bald im App Store

Accounted wird gerade für den App Store vorbereitet. Am Tag der Veröffentlichung führt diese Seite direkt dorthin.