Das Nettovermögen ist die Summe aller Vermögenswerte minus die Summe aller Verbindlichkeiten. Besitzt du 444.700 € und schuldest 213.100 €, liegt dein Nettovermögen bei 231.600 €. Es ist eine Momentaufnahme für einen Stichtag und sagt nichts darüber, wie viel du verdienst oder ausgibst.
Die Formel
Nettovermögen = Vermögenswerte − Verbindlichkeiten
Das ist dieselbe Logik wie in der Bilanz eines Unternehmens: Vermögenswerte sind gleich Verbindlichkeiten plus Eigenkapital. Beim Privatmenschen heißt das Eigenkapital eben Nettovermögen. Stimmt die Rechnung, passen beide Seiten zusammen.
Was zu den Vermögenswerten zählt
Vermögenswerte sind Dinge, die du besitzt und die einen Geldwert haben:
- Guthaben: Girokonto, Tagesgeld, Festgeld, Bargeld
- Geldanlagen: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Kryptowährungen, Guthaben im Bausparvertrag
- Versicherungen mit Wert: bei Kapitallebens- oder Rentenversicherungen der Rückkaufswert, nicht die Versicherungssumme
- Forderungen: Geld, das dir jemand schuldet, etwa ein privates Darlehen an Freunde oder eine hinterlegte Mietkaution
- Sachwerte: Immobilie, Auto, Edelmetalle und andere Dinge, die du verkaufen könntest
Was zu den Verbindlichkeiten zählt
Verbindlichkeiten sind alles, was du noch zurückzahlen musst:
- die Restschuld deiner Baufinanzierung
- Autokredit, Ratenkauf, Konsumentenkredit, Studienkredit
- offene Kreditkartenabrechnung und überzogenes Girokonto
- Geld, das du Privatpersonen schuldest
Entscheidend ist immer die Restschuld, also der Betrag, den du heute noch tilgen müsstest, nicht der ursprüngliche Kreditbetrag. Die monatliche Rate besteht aus Zins und Tilgung; verringert wird die Schuld nur durch den Tilgungsanteil.
Ein Beispiel in Euro
Angenommen, ein Haushalt hat zum Stichtag 30. September folgende Zahlen:
| Vermögenswerte | Betrag |
|---|---|
| Girokonto | 3.200 € |
| Tagesgeld | 18.000 € |
| Depot (ETFs, Marktwert) | 52.000 € |
| Bausparvertrag (Guthaben) | 6.500 € |
| Rückkaufswert Lebensversicherung | 14.000 € |
| Eigentumswohnung (geschätzter Marktwert) | 340.000 € |
| Auto | 11.000 € |
| Summe | 444.700 € |
| Verbindlichkeiten | Betrag |
|---|---|
| Baufinanzierung (Restschuld) | 205.000 € |
| Autokredit (Restschuld) | 7.500 € |
| Kreditkarte, noch nicht abgebucht | 600 € |
| Summe | 213.100 € |
Das Nettovermögen beträgt 444.700 € − 213.100 € = 231.600 €.
Zur Kontrolle hilft die Bilanzgleichung: 213.100 € Verbindlichkeiten plus 231.600 € Nettovermögen ergeben wieder 444.700 €, also genau die Summe der Vermögenswerte.
Die Immobilie mit und ohne
Fast alle fragen sich, ob die eigene Wohnung hineingehört. Im Beispiel macht das einen großen Unterschied:
| Mit Immobilie | Ohne Immobilie und Baufinanzierung | |
|---|---|---|
| Vermögenswerte | 444.700 € | 104.700 € |
| Verbindlichkeiten | 213.100 € | 8.100 € |
| Nettovermögen | 231.600 € | 96.600 € |
Die erste Zahl zeigt, was dir insgesamt gehört. Die zweite zeigt, was du hast, ohne die Wohnung anzutasten. Wichtig ist nur, beides zu beschriften und über die Zeit immer dieselbe Variante zu vergleichen.
Welcher Wert gilt?
Für den Überblick gilt eine einfache Regel: der Wert, den du heute bekommen würdest, nicht das, was du bezahlt hast.
- Wertpapiere: aktueller Kurs mal Stückzahl. Die Wertpapiere im Depot gehören dir, nicht der Bank; sie stehen mit ihrem Marktwert auf deiner Liste.
- Immobilie: eine realistische Schätzung, etwa anhand vergleichbarer Angebote in der Nähe oder eines Gutachtens. Rechne lieber vorsichtig und aktualisiere nur, wenn sich etwas Wesentliches ändert.
- Auto: der Wert, den ähnliche Fahrzeuge auf Gebrauchtwagenbörsen erzielen.
- Lebens- und Rentenversicherung: der Rückkaufswert laut jährlicher Mitteilung des Versicherers. Er kann deutlich unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegen und liegt weit unter der Versicherungssumme.
Die häufigsten Fehler
1. Den Kreditbetrag statt der Restschuld eintragen. Wer 300.000 € aufgenommen und 95.000 € getilgt hat, schuldet noch 205.000 €.
2. Die Versicherungssumme als Vermögen zählen. Die Summe wird nur im Versicherungsfall gezahlt. Zählen darf nur der Rückkaufswert, und bei reinen Risikoversicherungen gibt es in der Regel keinen.
3. Den Kaufpreis statt des heutigen Werts nehmen. Aktien, die du für 20.000 € gekauft hast und die jetzt 26.000 € wert sind, stehen mit 26.000 € auf der Liste.
4. Erwartetes Geld mitrechnen. Eine erhoffte Steuererstattung, der nächste Bonus oder eine mögliche Erbschaft gehören nicht dazu. Erst wenn das Geld da ist oder ein klarer Anspruch besteht, wird es erfasst.
5. Kleine Schulden vergessen. Kreditkarte, Ratenkauf und Nachzahlungen drücken die Zahl nur wenig, aber am Stichtag fehlen sie sonst.
6. Jedes Mal anders rechnen. Wenn die Wohnung mal mit 340.000 €, mal mit 320.000 € zählt, siehst du in der Entwicklung nur noch deine Bewertung, nicht mehr dein Vermögen. Lege die Regeln fest und halte dich daran.
Wie du das praktisch angehst
Ein Nachmittag reicht für die erste Berechnung. Hole dir die Zahlen aus Kontoauszügen, dem Depotauszug, dem Tilgungsplan oder der Jahresmitteilung der Bank und der jährlichen Information deines Versicherers. Notiere den Stichtag. Danach genügt ein kurzes Update, wenn sich etwas Wesentliches ändert, zum Beispiel einmal im Monat.
Das lässt sich in einer Tabelle machen. Wenn dir das Pflegen von Kursen, Wechselkursen und Kreditständen zu mühsam wird: Accounted ist eine iPhone-App, die genau diese Rechnung als Vermögensbilanz zeichnet. Du trägst pro Konto eine Zahl ein, Wertpapiere, Krypto und Edelmetalle lassen sich über ihr Symbol bepreisen (stündlich aktualisiert, mit Verzögerung möglich), und die Baufinanzierung steht als Konto mit Restbetrag in der Spalte der Verbindlichkeiten. Ein Konto kannst du mit „Im Nettovermögen berücksichtigen“ aus der Summe nehmen, etwa für die Rechnung ohne Immobilie.
Eines vorab: Accounted ist für eine Person auf dem eigenen iPhone gedacht. Mehr dazu steht unter So funktioniert’s und in den Preisen. Wie eine vollständige Übersicht aufgebaut wird, zeigt der Ratgeber Vermögensübersicht erstellen.
Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.
Allgemeine Informationen, keine Finanzberatung.